• Mo, 5.8.2024

    COMPLICATIONS (FORMERLY „DIFFICULTIES“)

    08:27h. Das ewige Anpassen macht Karriere. Ernährung, klar, weil der Körper, diese rätselhafte Hülle mit seinen Organen drin, mit dem Älterwerden diese neuen Gesetze schreibt : ab HEUTE das nicht mehr, und das bitte weniger. In Gesprächen, fiel mir neulich wieder auf, dealt man sich mittlerweile in einem irgendwie unguten Maße, einem mir unangenehmen Maße, Infos und Tipps zu den neuen Unverträglichkeiten zu, und das bisschen zu großzügig. Ich spreche hier vor allem mich an? Oder bin ich, mal wieder—und übrigens: anderes Thema: Selbststrenge—zu streng mit mir?

    Vorletzte Woche, Stichwort neueste Anpassungen, Instagram deaktiviert. Ist fast bisschen dumm, aber: kaum war es getan, spürt man das Gift entweichen. Und dann war es auch weg, verschwunden aus den Abläufen, den doof Zeit zertrümmernden. Just like that. Schade um die kleinen messages mit Leuten (Ich denk so: die, die mich wirklich mögen, werden mich schon auf anderen Wegen kontaktieren wollen. Haha, oh boy, be ready to be surprised, 2024 Edition.) Diesen neuen Verzicht teste ich jetzt aus, versuche ihn, so lange es geht, auszudehnen. Dann, so die Idee, mit neu angelernter „Gelassenheit“ den kontrollierten Gebrauch suchen. Völlige Abkehr scheint mir nur die Inversion des Sklaventums. Kontrolle ist in fact besser. Das ist alles so hohl, aber so sieht es nunmal aus.

    Das 100m-Finale der Frauen. Allein diese acht (oder neun?) Frauen an ihren Startblöcken zu sehen, jede einzelne eins mit ihrem AUFTRAG, und jede nochmal ein bisschen anders als die nächste, und wie die Kamera das so abfährt, das war das schönste Kunstwerk, das ich letzte Woche gesehen habe.

  • Di, 30.7.2024

    SÜPER LIG, DIGITÜRK, BILLARD

    Etwas nicht erzwingen wollen, nur an etwas herangehen, wenn es einem leichtfällt.

    Achso, und: Vorurteile. Kann man wahrscheinlich nichts gegen machen, dass sie sich aus dem Denken heraus formieren, manchmal sogar ziemlich verfeinert und ausgearbeitet werden. Eine neurologische Tatsache. Brüchige Wahrheiten aus den Schläuchen des Gehirns. Produkt einer internen Strategie des Komplexitätsabbaus. Vorurteilsstrukturen überall. Moralisieren vielleicht sinnlos.
    Man müsste sich, um sich von dieser Struktur nicht blind lenken zu lassen, in so reflektiven Momenten des Gehens, die man intervallartig zwischen den Dauersprints einlegt, dessen bewusst sein, was das ist. Es stimmt ja: den Horror zu benennen, hilft.

    Es wird wieder früher dunkel. Und ich bin, wie ich jedes Jahr um diese Zeit merke, dann doch ziemlich heterosexuell. Bussi.

  • Fr, 26.7.2024

    MERELY TRANSFER THE PAINT FROM CONTAINER TO SURFACE, WITH AS MINIMAL INTERFERENCE AS POSSIBLE

    Futtern die kleinen Vögel unserer Städte und Täler und Berge eigentlich Leinsamen? Ich weiß es nicht, ich vermute es aber, and I try not to google. Ein kleines Schälchen steht jetzt da. Warum? Beim Kaffeemachen, heute früh, saß da auf einmal ein kleiner guy auf dem Fensterbrett, und schaute hinein, in die Küche. Ich dachte Moment…

    So, das habe ich mir vorgenommen (mit neuem Elan in der Ernsthaftigkeit des Vorgehens, word), will ich jetzt m e h r vorgehen: w e n i g e r Internet für Informationen (die bösen und leider auch die guten). Klingt fucking basic? Ja, trotzdem, nicht so leicht, in der Vorstellung (man hat ja ständig Fragen). Heidegger usw.

    Meine Mutter schickte mir ein Foto des OP-Berichts meines Vaters. Die Sprache eines medizinischen Eingriffs.

    Mittwoch, nach der Bibliothek im Museum, nochmal eine kleine Runde durch die Sammlung. Da, wo länger der Franz Kline hing, hängt jetzt ein Frank Stella, eines der Black Paintings von Ende der 50er Jahre. „Using the house painter’s technique and tools.“