• Mittwoch, 2. November 2016

    Heute Knack-Po-Training

    Morgen Karrierebeginn

  • Dienstag, 1. November 2016

    In acht Wochen ist das Jahr abbezahlt. Liturgische Farbe heute: Weiß.

    Nach dem Aufstehen direkt Kaffee und in den Sessel (Vollgas, Nutte) und ins Keun-Buch rein. Sonne im Wohnzimmer und im Monitor leuchten meine schlohweißen Bartstoppeln. Warum gehe ich so selten zum Rhein runter, wo es doch nur 300 Meter sind? Antwort: weil es zu viele Menschen sind. Das ist kein Spazierengehen, das ist Sich-Zeigen. MODE

    Von Einladungen zu Parties fühle ich mich meistens unter Druck gesetzt, wie Prüfungstermin. Am Tag der Party dann dutzende Phasen durchlaufen: will ich hin, geh ich hin, wie komme ich da raus, wer wird da sein, was wird besprochen, welche Lüge funktioniert, welche Wahrheit funktioniert besser als Lüge A usw. – auf Trinken eh so wenig Lust, weil ich das angenehme Level der Betrunkenheit nicht halten kann, es soll und muss ja weitergehen, außerdem immer stark impulsives Nach-Hause-Bedürfnis an einem Punkt auf der Zeitachse. Manchmal stehe ich aus wirklich netten Gesprächen einfach auf und sage: Ja, muss jetzt leider. Ich gehe gern, wenn es schön ist. Verstehen viele absolut GAR NICHT. 

    Von Betty Boop habe ich gelernt, was ein Strumpfband an einem Frauenbein ist. 

    Am Samstag habe ich Heike gefragt, ob sie wisse, was Anne Imhoff eigentlich macht, was das ist. “Weiß keiner, ist Mode”. Kittelmann hätte zu ihr, Heike, neulich im Hamburger Bahnhof, vor der Premiere von Angst 2, gesagt: “Frau K., heute wird Kunstgeschichte geschrieben!” – Achso? Zu sowas läßt sich big Udo Kittelmann hinreißen? Oder ist das normaler Promotext, ausgeatmet? Dronen und Falken kommen auch vor. Was ist das mit Mode überall jetzt? Imhoff macht den Pavillon in Venedig nächstes Jahr. 

    Jetzt geht es hier weiter mit Work during wartime, bitte durch diesen Augenblick durchgehen und ganz normal weitermachen.

  • Samstag, 29. Oktober 2016

    Ich lag da gestern schon im Bett und sah eine ältere Episode von Bill Maher, John Cleese und Jane Goodall waren da. Jane Goodall Jane Goodall wer war das nochmal, der Name ist absolut präsent und weist auf was hin, aber wer war sie denn nochmal? Habe ich dann nachgeschaut. 82 ist sie und irgendwie… süß. So etwas Mädchenhaftes, junge Frau-haftes im Gesicht noch, manche haben das, ihr Leben lang, oder irgendwann wieder? Es ist niemals nur eine Sache, das macht es so komplex, und komplex ist wahr. 

    Vor ein paar Jahren saß ich mal an einem Tisch mit der Schriftstellerin Brigitte Kronauer, da war sie 70, Anfang 70. Einer ihrer Männer war auch mit dabei. Sie lebt zeit Jahrzehnten in Beziehung mit zwei Männern. Innerhalb von wenigen Minuten war ich ziemlich verknallt in Kronauer, weil alles an ihr so etwas ausstrahlte. Kicherte wie ein Mädchen, weich, nicht kokett-dumm, dann sagt sie ganz ruhig etwas, und klemmt sich Haare hinters Ohr. Kann man sich gar nicht gegen wehren, eine Erfahrung, für die man nichts kennen muss. Am Ende, wir standen bereits zum Abschied alle, habe ich mich noch 2 Minuten mit ihr, direkt, über Eckhard Henscheid unterhalten, den sie ja gut kennt. Auch im direkten Gespräch war sie so, wie sie eben noch am Tisch zu mehreren gewesen war: sanft, einem zugewandt, mit diesem Buzz in den Augen, der nicht altert, und dann war sie verschwunden, und was verschwunden ist, daran denk ich ab und zu.