Das Zimmer mit Hitze ausgeschlagen, kann ich kaum einschlafen. Der Nacht ohne Müdigkeit zu begegnen heißt, an einen Ort zu gelangen, der hell und mysteriös zugleich ist. Ich muss ein Glas Milch trinken. Auf der Straße ist es ruhig, wie in einem Kaminzimmer. Das fahle blaue Licht des Monitors kommt jetzt vulgär. Aber lesen kann ich auch nicht. Ich stelle den Wecker von 7:07 Uhr auf 8:29 Uhr. Aus irgendeinem Grund denke ich an einen Satz aus dem Lucia Berlin Buch, in dem sowohl Avocado- als auch Mangobäume vorkommen. Der Schluck Wasser, den ich nehme, schmeckt wie kaltes Metall, dann schlafe ich endlich ein.
Vor genau zehn Jahren: der Papst unten auf der Straße, ich bin studentische Hilfskraft beim WDR, Lokalzeit Studio Köln. Den ganzen August 2006 in Katalonien mit A. und seinem Vater, in einem Dorf, auf einem Berg, Serpentinen, wie ein verendendes Tier um den Berg gelegt, und oben auf dem Berg: alle Geräusche von Moos gedämpft, und aus dem Nebel heraus mäht eine Ziege oder geht eine Kuhglocke.