FRAGMENTE EINER SPRACHE DER HIEBE
Ein Schmerz schießt mir durch den Rücken und ich ächze und lächle, weil ich immer lächeln muss, wenn eine bestimmte Portion Schmerz mich durchfährt, und dann bin ich auch wach, und ein paar Minuten später wäre ich es ohnehin gewesen, denn draußen rangieren zwei riesige Gerüstbau-LKWs, und Arbeitsfahrzeuge in Deutschland: das ist ja immer ein Riesenauftritt.
Diversen Links folgend, sehe ich mir ein kurzes Interview mit Joachim Bessing auf dem Youtube-Kanal “Hyperbole” an, oder genauer: dem Youtube-Kanal VON Hyperbole, oder? Es ist ein angenehmes Interview, dennoch natürlich Hass in den Kommentarfeldern, Bessing sei ein “Snob” usw, dabei gibt es keinerlei Snob-Insignien oder dergleichen, und man ahnt aber, was diese Typen meinen, und das ist schlimm, denn es bleibt schwachsinnig, und diese Teilhabe am Rudelschwachsinn, dieses sich-dennoch-in-die-Schwachsinnsdeductio reindenken können, das Konfluieren mit den Jerks… aber ich bin ja schon wach, jetzt eben noch mehr.
An der Kreuzung, die ich aus dem Fenster sehe, leuchtet ein neon-orangener Blob gegen das schöne Wetter an. Es sind die Müllmänner bei ihrer Kaffeepause. Von hier aus könnte es aber auch das Literarische Quartett unter der Regie von Terry Gilliam sein.
Heute Abend eröffnet die neue Cocktailbar unten im Haus. Gestern gab mir der Besitzer eine Einladung in die Hand, in der er sich für die zurückliegenden “Unannehmlichkeiten” beim Umbau entschuldigt, was ich guten Stil finde, und weil guter Stil röchelnd im Straßengraben liegt, angefahren vom Fun-SUV und dann dahin gerollt samt Fahrerflucht, sollte ich da heute Abend vielleicht einen “High Noon” trinken, falls es den geben sollte. Den Namen der Bar finde ich schon mal sehr gut: Toddy Tapper.