• Mittwoch, 17. August 2016

    Bobby Hutcherson – Head On Head On Head On, Tischtennisspielerinnen haben schöne Hände, Anwohner BEGEISTERT: Pokémon Go Spieler vertreiben Dealer vom Rathausplatz, Ein Gericht in Chicago entscheidet, ob der Maler ein Bild gemalt hat oder nicht, Der Sommer war schon vorbei endgültig und jetzt kommt er aber definitiv noch mal wieder, 2016, sagt die NASA, wird das wärmste Jahr, Werner Herzog kam in die Garage und vier Filme sind fertig, Wenn unsere Körper durchsichtig wären, Du mit deinen Mongolenaugen, Der Shit wird nicht besser weil er glänzt, Gebisse deutscher Kinder fast kariesfrei, Mit dem Rad bis nach Zündorf und wieder zurück, Von den Reichen kann man das Sparen lernen, Mein Berufstagebuch

  • Montag, 15. August 2016

    FRAGMENTE EINER SPRACHE DER HIEBE

    Ein Schmerz schießt mir durch den Rücken und ich ächze und lächle, weil ich immer lächeln muss, wenn eine bestimmte Portion Schmerz mich durchfährt, und dann bin ich auch wach, und ein paar Minuten später wäre ich es ohnehin gewesen, denn draußen rangieren zwei riesige Gerüstbau-LKWs, und Arbeitsfahrzeuge in Deutschland: das ist ja immer ein Riesenauftritt. 

    Diversen Links folgend, sehe ich mir ein kurzes Interview mit Joachim Bessing auf dem Youtube-Kanal “Hyperbole” an, oder genauer: dem Youtube-Kanal VON Hyperbole, oder? Es ist ein angenehmes Interview, dennoch natürlich Hass in den Kommentarfeldern, Bessing sei ein “Snob” usw, dabei gibt es keinerlei Snob-Insignien oder dergleichen, und man ahnt aber, was diese Typen meinen, und das ist schlimm, denn es bleibt schwachsinnig, und diese Teilhabe am Rudelschwachsinn, dieses sich-dennoch-in-die-Schwachsinnsdeductio reindenken können, das Konfluieren mit den Jerks… aber ich bin ja schon wach, jetzt eben noch mehr. 

    An der Kreuzung, die ich aus dem Fenster sehe, leuchtet ein neon-orangener Blob gegen das schöne Wetter an. Es sind die Müllmänner bei ihrer Kaffeepause. Von hier aus könnte es aber auch das Literarische Quartett unter der Regie von Terry Gilliam sein. 

    Heute Abend eröffnet die neue Cocktailbar unten im Haus. Gestern gab mir der Besitzer eine Einladung in die Hand, in der er sich für die zurückliegenden “Unannehmlichkeiten” beim Umbau entschuldigt, was ich guten Stil finde, und weil guter Stil röchelnd im Straßengraben liegt, angefahren vom Fun-SUV und dann dahin gerollt samt Fahrerflucht, sollte ich da heute Abend vielleicht einen “High Noon” trinken, falls es den geben sollte. Den Namen der Bar finde ich schon mal sehr gut: Toddy Tapper.

  • Samstag, 13. August 2016

    Im strömenden Regen kommt mir ein Mann im grauen Anzug entgegen, trabend, die Hosenbeine etwas hochgezogen. Aus der Trübheit des Tages heraus leuchteten seine Schuhe so satt und gelblich, daß es einem ins Auge ging, noch bevor man richtig hinsehen konnte. Kurz vor mir dreht er federnd um und trabt zurück in die andere Richtung. Es hat ein paar Sekunden gedauert, bis mir klar wurde, dass der Mann, anscheinend, direkt nach der Arbeit ins Sportgeschäft an der Ecke ist, um sich neue Laufschuhe zu kaufen, die er gerade einem Praxistest unterzieht. Ein kleiner Hund läuft vorbei und kuckt dem Mann hinterher, als würde er sich das alles auch fragen, aber was ein Hund denkt, das weiß man nicht. 

    In einem Antiquariat kaufe ich mehrere Farbfotos, 70er oder 80er Jahre. Auf einem ist ein Vogelstrauß, auf einem anderen ein großer rotbrauner Termitenhaufen.