“Welcher Knackpo radelt hier denn durch Frankreich?” Express.de
Kurz das Buch von Lucia Berlin zur Seite gelegt, schon ist die Irritation, die der Übergang von dieser extrem klaren Literatur, vom fertigen Text zur größten offenen und begehbaren Baustelle, Internet, wieder präsent: im Boulevard verengt sich das Tun der Menschen mit der dem technischen Gestell entsprechenden Geschwindigkeit im Zusammenwirken und Ineinanderschrauben mit der brutalvulgär vermündlichten Schriftsprache zu einer einzigen, gigantischen Muschi-Titten-Pimmel-Dramödie so dermaßen irr, so schnell, so anaerob, daß sich fühlbar hysterisches Wetter im Raum bildet, und mit dem Eindruck ex machina, jeder von uns lebt sein Leben in unterschiedlichen Kompetenzüberschreitung-in-Permanenz Graden, zieht es mich – ich muss atmen – rüber zum Twitter-Account von Patrick Bahners, wo ich mir als Gegenmittel maximale Komplexität in 140 Zeichen zu geben hoffe. Und Duck Panels, deren schönes Dr-Erika-Fuchs-Deutsch mich zurückholt in einen jetztverwandten Zustand, ein Diesseits, in dem Komplexität und Hoffnung eben das Mischlicht produzieren, das man Wahrhaftigkeit, oder vielleicht besser Truthiness….usw
Gestern im Cafe erzählt mir eine junge Frau Anfang Zwanzig die Gefühle, die sie neuerdings zu einer rein sexuell gedachten Verbindung zu einem ROCKMUSIKER aus Amerika, der doppelt so alt ist wie sie, haben muss, nachdem das neulich verbrachte Wochenende so anders verlaufen war, als sie sich das erhofft hatte, Mißverständnisse, Kommunikationsscheitern, unerfüllte Erwartungen, Kuscheln im Tourbus, Facetime Terror – also man kriegt das Banale einfach nicht raus aus den Dingen, auch das so sicher, wie “das Atmen in der Kirche” (M.Goldt).
Körper-News: wieder dieses Ziehen im Brust-Wirbel-Bereich, vor allem morgens nach dem Wachwerden zu spüren. Problem also das Liegen, verschwindet dann im Laufe des Tages, in dem ich meistens immer noch: stehe.