Sommer Zweitausendsechszehn: bisher passiert der meiste shit zwischen zwei Regenphasen. Republikweit Nässe und Schlappheit und extrem tief hängender Himmel, und ich spür’s auch.
Lese den Bachmannpreis-Recap von Spreckelsen auf faz.net. Der diesjährige Gewinner-Text trägt den Titel “Herr Gröttrupp setzt sich hin”, ein anderer Text, dem der 3Sat-Preis zugesprochen wird, heißt “Walter Nowak bleibt liegen“. Der betuliche Sound, den diese Titel abstrahlen und damit unmerklich auch auf den Text fallen lassen, hat Grass-hafte Züge, und lesen kann ich sie jetzt LEIDER nicht mehr. Es geht einfach nicht. Was ich da sehe für diese Titel sind mindestens zwei brandneue Samstagabendfilme der ARD, Ulrich Tukur, sowas, den Gebührenzahler in die Beschädigung zu entlassen…
Dazu: “Wer das Medium des bewegten Bildes so wenig begreift, dass er bei einer derartigen Körperinszenierung seiner Person mitmacht, kann doch auch zuletzt vom Wort und von der Sprache nichts verstanden haben.”, das schreibt Rainald Goetz in Klage (Eintrag vom 5. Juli 2007) über das Präsentationsfilmchen der Autorin Silke Scheuermann beim Bachmannpreis 2007. Die Autorin ließ sich nackt, durchs Frankfurter Städelmuseum gehend, abfilmen. Wenn ich das jetzt, sozusagen, typologisch weiter formuliere: es gilt eben auch für Titel.