Gestern sah ich auf einem tumblr Blog ein Foto von einem Obstkarton kalifornischer Erdbeeren, die waren alle gesund rot und faustgroß, es raubte mir den Atem. Ich schreibe das, weil ich mein Frühstück umstelle. Weniger Brot, mehr Joghurt mit Erdbeeren.
Früher, als ICQ ganz neu war und alle erregt bibberten ob der Vorstellung, in Echtzeit miteinander chatten zu können, hieß mein Account bei ICQ Hülsenfrüchte, Go Away. Eine ostentative Ablehnung von speziell Erbsen war driving force hinter diesem Namen. Man muss bedenken: ich war um die 20, also ahnungslos. Heute esse ich Erbsen, manchmal sogar kalte.
Ebenfalls manchmal kaufe ich beim “Gemüse-Iraner” bei mir um die Ecke eine halbierte, 30 cm lange Papaya, Elfenbeinküste, und der Iraner sagt: 6 Euro bitte und ich freue mich des Lebens und lasse die Scheinchen auf den Marmor segeln… in solch raren Momenten weiß ich, daß ich es richtig mache. Grade dann, wenn man eher weniger Geld hat, muss man an ausgewählten Punkten des Lebens, die auch nicht allzu selten ausgewählt werden sollten, an der Exklusivität der Dinge teilhaben, sonst wird man so jemand, zu dessen Beerdigung keiner kommt, nur ein paar Tauben, und die nicht mal wirklich bewusst. Die hängen da zufällig ab. Bitter.
Die Guyabano-Frucht spielte auch mal eine kleine Rolle in meinem Leben, aber das ist eine andere Sache.