• Montag, 13. Juni 2016

    Jetzt, 11:36 Uhr: das Momentane (Montag) ist irgendwie ungeordnet, ein Hauptgefühl ist: eher Resignation. Zwei Tage voller Ultragewalt und Verrohung und Leid, die Nachrichten sind nicht leicht zu ertragen in dieser Zeit, wenn man daran denkt, dass auch so viel Gutes und Schönes passiert, jeden Tag auch Liebesbeweise das Morden begleiten. 

    Trump, Orlando, Erdogan, Hools – auf lokaler Nachrichtenebene kommen die aus dem Fenster geworfenen Babies oder aus Triebspannung ins Koma Getretene dazu und man kann sich, wenn man will, schon als komplett “bedient” betrachten, und dennoch bewegt man sich dem amorphen Blob aus Horror entgegen, unsicher, weil wir es Welt nennen.

    Gestern, 12. Juni: zweiter Todestag von Frank Schirrmacher. 

  • Freitag, 10. Juni 2016

    In einer Email an meine Mitbewohnerin, die sich auf dem Weg von Schweden nach Italien befindet, gestehe ich ihr, dass ich, trotz aller Mühen und Zuwendung, die Pflanzen vermutlich in den sicheren Tod getrieben habe. Entweder ich gieße zu viel oder zu wenig. Stunden später antwortet die Mitbewohnerin indem sie mich gleichsam von aller Alleinschuld entlastet, in souveränem Ton schreibt sie: sterben die sterben die. Sie stellt sogar die These auf, sie habe selbst dazu beigetragen, durch den Kauf von “schlechter Erde”… Gottogott Mädchen, nich’ doch

    Gestern den halben Tag bei B. im Atelier: Abwesenheit/Urlaub vom eigenen Gestell. Viel geredet über die Malerei, Guston, den Markt, die Leimrute der Galeristen und deren Komplettwahnsinn. Draußen indes, es war warm, wurde viel gelächelt. In einem Café lag ein wunderschöner Viszla, in den ich mich etwas verkuckte. Leider berührte ich ihn nicht, obwohl ich sehr wollte.

  • Montag, 6. Juni 2016

    Gestern also dann die Frustration im Atelier, stundenlang da und stundenlang herumgeirrt und dagegen angemalt, aber ich befürchte: Müll. Ich ärgere mich über mich, daß ich herum stolpere wie in einem finsteren Raum, den ich nicht kenne: wo bin ich denn hier vom Weg abgekommen. Dann stehe ich da und schaue mich um und weiß nicht mehr, wo die anderen Bilder hergekommen sind, und ich denke alles falsch

    Every real painter wants to be, and 

    his greatest desire is to be, a realist


    Abends TV: Der Pianist – Anne Will – Polanski Doku. Auf Skype sagt mir später eine Freundin, sie fände es sympathisch, dass ich Krisen habe. Was denkt sie, ich sei unfehlbar? 

    Die letzten Tage begannen immer müde.

    Nachtrag 18:35h:

    Komme grade aus dem Atelier, von der gestrigen Frustration ist heute nicht mehr viel zu spüren. Ob das Gefühl gestern dennoch substantiell war, kann nicht ausgeschlossen werden.