• Samstag, 4. Juni 2016

    Über der Stadt – wie sich abwechselnd vollsaugende und auswringende Ungetüme dräuen Gewitter zu beiden Seiten des Tages hin. Jetzt grade atmet sich das nächste ab: ein extrem mittig klingendes Zerbersten in unbestimmter Ferne oder Nähe. Keine Fanfaren, keine Posaunen, aber eine Peitsche, die einen Canyon zerteilt.

    Beim Rahmenbauer hole ich gleich die beiden Zettel ab, die ich – mit dickem Passepartout – habe zusammen rahmen lassen. Beide sind ca. 7 mal 12 cm groß, darauf geschrieben steht: thank you guys for everything. keep in touch, jonathan and randy – einer von beiden Zetteln ist zerknittert, es war Jonathans erster Versuch, der ihm, aus irgendeinem Grund, nicht gut genug erschien, und den er zerknüllte und wegwarf, wobei kein merklicher Aussetzer oder Fehler oder dergleichen zu erkennen ist auf der zerknüllten, “gescheiterten” Version. Der Text ist auf beiden identisch. Vielleicht fühlte sich der erste Versuch für ihn nicht richtig an. Dieses universelle Gefühl interessiert mich. Darum ist es jetzt eine Arbeit geworden, die beide Zettel, untereinander im Passepartout angeordnet, vereint.

  • Dienstag, 31. Mai 2016

    Wolkenverhangen. Die hellgrauen Flecken in der Wolkendecke sind die Schleusen zum Himmelblau hin, aber davon ist grade nichts zu sehen. Ein Helikopter fliegt, für mich nicht zu sehen, über die Straße hinweg, während unten jemand eine Mülltonne über die Pflastersteine rollt. Frage, die ich mir stelle, obwohl ja eigentlich eine Entscheidung schon getroffen war: diese Wohnung hier abzugeben, ist das richtig oder falsch? – andererseits: Wohnung ist eben mehr als nur das Innere und der Effekt von einfallendem Licht, WO sie eingebaut ist, ist eben mitentscheidend, und hier wohnen schon hauptsächlich Trottel in verschiedenen Verkommenheitsgraden. Wiederum andererseits: Trottel in verschiedenen Verkommenheitsgraden: das IST fast die ganze Stadt, what else, ich gehöre ja dazu.

    Jobangebote auf der Seite des BVDG für den Kölner Raum gleich Null, den Suchprozess schon so beschleunigt, dass ich nur noch auf die Postleitzahlen kucke, aber nur Einsen am Anfang. 

    Um eine alte externe Festplatte wieder ans Laufen zu kriegen, habe ich deren kaputtes Netzteil zum Elektroladen gebracht. Da dann allgemeine Verwunderung: “Fünfpoliger Stecker, wat is dat denn” – ja keine Ahnung, war so. Ich zahlte 20 Euro an, insgesamt könnten es 40 werden, so die Auskunft der Elektroboys, für die Reparatur eines zweiteiligen Netzsteckers einer sicher zehn oder fünfzehn Jahre alten externen Festplatte. Ist doch sicher China Schuld?

    Gestern machte ich einen Mittagsschlaf, ich war müde vom Lesen und Nichtstun, und träumte extrem plastisch von einem zufälligen Treffen mit F., einem Freund von vor 15 Jahren. In irgendeinem Moment am Abend, ich glaube, ich pinkelte grade, war es wie eine Erinnerung an etwas, das wirklich passiert war, und es war zutiefst unheimlich, wie es sich – obwohl alles anders aussah und darstellte – deckte mit dem Gefühl von etwas Erlebtem. Es kam mir fast überspannt realistisch vor.

  • Montag, 30. Mai 2016

    Starker Regen fällt, es ist dunkel und schön. Heute: Pause.

    Im letzten Eintrag habe ich einen langen Satz geschrieben, der grammatikalisch ein ziemlicher Unfall ist. Er steht noch immer so da. Abends las ich den Satz nochmal mehrfach, er wurde jedes Mal wirrer. Ich lasse ihn unkorrigiert stehen.