“The Brothers Grimsby” ist, entgegen der Mehrheit der herablassenden Kritiken, ein kurzweiliger, ultravulgärer und infantiler Spaß, der mehr Originalität und Attitude enthält, als ein tausendjährig, direkt in Volkes Gesicht gekotzter Kraftmix aus der Deutschen liebsten hypertonischen Satiregrenzfalldebatten jemals enthalten könnte. Dickes Plus: keine Hart Aber Fair Sondersendung muss dutzendfach ins Land gesendet werden, Wolfgang Bosbach darf zuhause bleiben, keine ZDF-Kreatur aus dem Bereich “Kleinkunst” muss vom Pott gezerrt werden, um in atemberaubend schlichten Sätzen Grenzfälle des FBI zu erklären, wo der vermeintlich universelle Deutsche in seinem Komik-Kleingarten den Zaun gezogen hat.
Thema Tiere: die Frau mit dem dicken Schwein an der Leine, die ich vor ein paar Wochen am Infoschalter der Kölner Verkehrsbetriebe am Neumarkt gesehen hatte, ist eine stadtbekannte Straßenmusikerin. Das erfahre ich jetzt, 9:04 Uhr, auf express.de, und das Ordnungsamt der Stadt Köln möchte der Frau nicht nur das Mitführen des Minnesota-Minischweins Amanda in den öffentlichen Verkehrsmitteln untersagen, sondern ihr auch das Halterecht entziehen, da eine artgerechte Haltung durch die Halterin nicht gegeben sei. Dem schweingegebenen Impuls, sich im Schlamm suhlen zu wollen, könne Amanda nicht nachkommen, außerdem bestehe Seuchengefahr etc. Amanda bildet ein Attraktions-Duo mit einem kleinen weißen Hund, der Fluffy heißt.
Manchmal weine ich, weil ich die Zärtlichkeit einer Frau vermisse. Das ist alles für heute.