• Donnerstag, 21. April 2016

    “It’s like it’s squeezed out of a tube, like toothpaste” – David Hammons

    Früh erwacht, hell, Vögelchen, Sonne: “schäumenden Lebensbecher / auch von Sünden schon verfärbt” – nicht ganz. Sperrgefühl im Rücken, Rippe gebrochen? Wirbel draussen? Ich kann mich eigentlich normal bewegen, ich darf nur nicht zu tief einatmen. Ich mache Kunst hart am Anschlag, an der öligen Schwelle des Zumutbaren? Geht. Ich bin zwei Öltanks.

    Rolle von Musik im Atelier: Richtergerhard hat schon Recht, wenn er sagt, daß man sich mit Musik in eine Selbststimmung bringt, in der alles nur gelingt, alles geil ist, getting carried away (wohin nur). Im Sinne von: Gefahr, Profanisierung, auch Beschränkung, nicht eben: Freisetzung. Das psychologische Relax-Bad bezieht sich hingegen, das behaupte ich jetzt, vor allem auf einem bereits bekannte Musik, einem bereits vertraute, mit Empfindungen und Einschreibungen getaggte Einheiten/Module/Strecken von Sounds, Harmonieabfolgen, die wie ein extrem tief gehender Hypertext funktionieren. Fremde Musik hören, deren Stimmungen und stimmungmachende Kräfte man nicht kennt, erzeugt diesen Effekt nicht, ist außerdem frei von der Verwicklung in die eigene Biografie (Erinnerung). DAS geht. Ich bin der Meinung, es muss auch mit der Musik eine Prüfsituation da sein, deren diffuses Wasjetzt in die “Arbeit” (Kunst) eingehen sollte. Irritation kann man nicht simulieren. Als ob die Musik eine zweite Person im Raum ist; wie man da “sozial” mit umgeht. 

    Die Stille ist an bestimmten Tagen unbedingt durchzuhalten, an anderen wiederum undurchhaltbar. Vor fünf Jahren, als ich die Bilder für die Ausstellung mit Nina gemalt habe – die Bohrinsel vor dem Sonnenuntergang, den Kokovoren mit dem Fangnetz, das Bernhard-Buch –  sendete der WDR eine damals neue Hörspielversion von “Ulysses”, sechs oder sieben Stunden über mehrere Tage hinweg. Es war fantastisch gut gemacht, Freude, Tatendrang, ich malte tagelang dazu. Es stand mir, und wie ich den Bildern gegenüberstand, nicht im Weg, stand mir sozusagen zwei Mal nicht im Weg. 

  • Dienstag, 19. April 2016

    Die Schrei-Kneipe, unten im Nebenhaus, hat zu gemacht Anfang des Monats. Die großen Beck’s Schirme sind weg, die Stühle, die bescheuerten Lichterketten. Jetzt liegen da vor der Tür nur ein paar extrem versiffte schwarze PVC Quader, die mit den runden Noppen drauf. Ein kleiner Stapel komatöser schwarzer Lappen, aus der Sauf-Zeugenschaft entlassen, in Pisse getränkt?

    Ruhige Abende von nun an auf unbestimmte Zeit. Tagsüber reißen die (die Nachmieter? die Besitzer?) den ganzen alten Scheiß raus aus dem trostlosen Loch, klopfen, hämmern, daß es durch die ganze Straße donnert. Lärm Lärm Lärm. Wie steckt das Gehirn das eigentlich weg, falls überhaupt?

    Neuer Bildschirmhintergrund auf dem iPhone: “Porträt einer Dame mit Eichhörnchen und Star”, Hans Holbein d. Jüngere, 1526-’28

  • Donnerstag, 14. April 2016

    13:09h Meyne sheyne punim im Monitor. Meine Haare wellen sich an der Seite, über den Ohren, wie bei einer alten Frau.

    Musste “Tehillim” hören: Hashamayim mesaperim kavod El

    Ja, The Glory Of God, bei schönem Wetter bin auch ich bereit dafür

    Nicht bereit für: Kunstmesse