• Mittwoch, 13. April 2016

    “Taking Off (I Believe In Love)” heißt die B-Seite der Single “Sixteen Dandelions” meiner persischen Lieblingssängerin Googoosh (ﮔﻮﮔﻮش). Ich glaub’ auch dran. Manchmal sage ich, Googoosh sei die schönste Frau der Welt, und manchmal stimmt das sogar auch. Natürlich singt sie auf Farsi. Ihr zuliebe habe ich auch Textpassagen auswendig gelernt. Auf manchen Coverbildern ihrer Singles, die sie vor allem in den 70er Jahren veröffentlicht hat, trägt die zierliche und feine Frau eine Kurzhaarfrisur, die ihr so unglaublich gut steht, daß mein Gehirn kurz Orientierungsprobleme bekommt. Völlig hinüber bin ich, wenn ich auch noch ihre Zähnchen sehe. Eine Frau, deren Name, je nach latinisierter Schreibweise, mit zwei Doppel-Os oder zwei Doppel-OU-Diphtongen ausgerüstet ist, ist ohnehin ein rücksichtsloser Atomanschlag auf mein Herz. 

    Auf Youtube kann man Videos von ihr sehen, zum Teil von atemberaubend schlechter Bildqualität, in denen sie sich vor Tentakeln aus Lametta oder gigantischen Blumenbouquets, die aus großen Acrylglaskuben ragen, zuerst zaghaft bewegt, um dann – das rein instrumentale Intro des Liedes schraubt sich vielsagend hoch – ihren oft dramatischen Zeilen, die von Leidenschaft und Zweifel und Sehnsucht handeln, mit Hand- und Armgesten Nachdruck zu verleihen. Ihre Kleider sind Blendgranaten aus Pailletten und Samt und Ornamenten, ihre persischen Augen senden Trost für alle Welten zu allen Zeiten.  

  • Samstag, 9. April 2016

    7.46h, local time. Es regnet in London, Kennington Road. 

    Erster Teil der Nacht: bis 2 Uhr. Aufgewacht aus furchtbarem Traum. Träume, was soll eigentlich der Dreck? Fast jeder Traum ein unglaublich dummer Vorschlag, wenige Stunden in Folterstrecken auszuwalzen. Für das Gehirn wohl notwendig. Darum morgens happy. Zweiter Teil der Nacht: wieder eingeschlafen irgendwann nach 3.12 Uhr, als ich zuletzt auf das leuchtende Display sah. Aufgewacht um 6:59.

    Fühle mich sofort wohl in der Stadt, in den Straßen. Könnte ich hier leben? Rein finanziell betrachtet: nicht in tausend Jahren, du Fickspecht. Oder liegt das gute Gefühl nur am KOMPLETT ausgewechselten Personal? 

    Die Art, wie sich die Menschen auf den Bürgersteigen, Restaurants, Pubs am frühen Abend geben: offenere Körperhaltung. Nicht so abgeriegelt. Nett, macht auch mich froh. Vielleicht morgen mehr. Oder vorher.

  • Donnerstag, 7. April 2016

    Zwei Töne im Abstand einer Quarte hallen aus den Straßen, es ist der Klang einer arbeitenden Exekutive im höheren Drehzahlbereich. Darüber zwitschern Vögel, hört man Müllwagen manövrieren und auch mein kleines Herz ein wenig brechen, denn ich habe schon wieder shit gelesen, den ich nicht lesen sollte. Und weil ich mich mit den Gefühlen, die besagter shit auslöst, an niemanden wenden kann, muss ich immer ein ZU VIEL an Zeit aufwenden, um das wieder abzubauen. Meine Ehefrau kann ich auch nicht vermöbeln, ich bin nämlich nicht verheiratet. Zusammenfassend also: Problem Internet: zu viele schwachsinnige Informationen, die man (ich) leider zu ernst nimmt in seiner (meiner) gefühligen Fahrigkeit.

    Dr. B., der Notar, will mich zur “Teflonhaftigkeit” hinbringen, wie er mir bei den letzten beiden Essen, die wir hatten, durchaus leidenschaftlich versicherte. Er hat ja Recht. Sonst machen sie (die) einen kaputt mit ihrer enthirnten und opportunen Verkommenheit, zu einem Hingestauchten. Diese ultrazarte und naive Form von Zuneigung jedoch, die ich für Menschen sehr stark empfinden kann, will ich mir erhalten. Als Teil der Antwort auf den Ernst-Terror (R.Goetz)

    Gestern bei “Girls”, Folge 6, die ganze Zeit gedacht: Marnie muss weg, endlich und komplett weg, dafür würde ich eine ganze Serie nur über Elijah sehen wollen, gespielt vom fantastischen Andrew Rannells.