• Sonntag, 13. März 2016

    Ich betrat gestern die Buchhandlung und streichelte Bitti erstmal den Nacken. Dann habe ich die kleine Pinguinfigur wieder aufgestellt, sie war umgekippt. Vorgestern las ich von dem Pinguin, der jedes Jahr an die brasilianische Küste schwimmt, zu dem Fischer zurückkehrt, der den Pinguin – ölverschmiert am Strand aufgelesen – hochgepäppelt hatte, und der Pinguin scheint sich so zu bedanken: daß er den Mann erinnert und zurückkehrt zu ihm, jedes Jahr. Man konnte ein Video sehen, in dem der Pinguin sehr lieb mit seinem Schnabel das Gesicht des Fischers abklopft, wie Dutzende kleine Küsschen. Dann guckte der Pinguin den älteren Herrn an und es war so etwas wie: “Danke nochmal”, und der Fischer legt seinen Arm vorsichtig um den Pinguin, und man sieht sie reden wie zwei Männer zu vorgerückter Stunde in der Kneipe. 

    Was anderes: den Abfall und den Müll, den die Idealisierung erzeugt und den keiner gesehen haben will: genau mein Ding

  • Dienstag, 8. März 2016

    Müssen wir uns an den Anblick von Polizeiadlern gewöhnen, die kleine bis mittelgroße Drohnen vom Himmel holen? Ein Heraldikertraum, ein Polizeitraum gar? Müssen die dann kleine blau-weiße Westchen tragen? Sind die dann Bundespolizei oder normale Polizei?

    Wie nennt man das, wenn man im Sonnenlicht, das auf die Wand fällt, die aufsteigende Wärme der Heizung wie Zigarettenrauch flackern sehen kann?

    Die abrupten Zuckungen, die man manchmal in der Übergangsphase zum Tiefschlaf hat, nennt man hypnagoge Zuckungen. Jeder hat sie. Ich habe natürlich immer sofort “Gehirntumor” gedacht. Drunter mache ich’s nicht. Hat aber rein gar nichts mit Gehirntumor zu tun. Dass uns das Normale manchmal wie Gehirntumor vorkommt ist vielleicht nicht mehr als Eitelkeit. Eitel dadurch, daß man sich in Gänze ausgeliefert fühlt. Hypnagoge Zuckungen sind “ohne Krankheitswert”. Was für eine rätselhaft schöne deutsche Formulierung.

    Bei fast jedem Hund denke ich jetzt daran, wie F. mit Raiko spazieren geht. Raiko steht hart darauf, Eisreste aus dem Becher zu schlecken (Mango). F. weiß, dass das “nicht gut” ist, “eigentlich”, aber sie macht es trotzdem. Das geht, finde ich, in Ordnung!

  • Freitag, 4. März 2016

    Eben fiel etwas Schnee aus dem propofolfarbenen Himmel. Ich hoffe, ich habe gestern keinen Fehler gemacht. Auf dem Weg zur Post liefen mir ständig die Augen mit Wasser voll. Dann habe ich Rosenkohl gekauft. California über alles.