Die erste konkrete, aus der Narration ausgeatmete Erwähnung des Titels, “10:04”, in dem Buch “10:04”, das auf Deutsch “22:04” heißt, kommt auf Seite 74. Der Erzähler sitzt da grade im Kino, schaut sich die Riesenmontage “The Clock” von Christian Marclay an, geht wieder und wieder hin, immer andere Zeitschneisen, an denen er teilnimmt, die dieser Film SIND. Und trotzdem schaut er dauernd auf seine Armbanduhr.
Später erst fällt mir die Parallele zu diesem Don DeLillo Buch ein, in dem – ich glaube fast direkt zu Beginn – “24 Hour Psycho” von Douglas Gordon in den Text gebracht wird, um sich daran reflektiv zu vergehen, und das ausgiebig. Zwei amerikanische Schriftsteller, zwei Mal New York, zwei Mal Kunstfilme, die 24 Stunden dauern, zwei Mal Kunstfilme, in denen sich Zeit nicht nur vor einem ausdehnt, sondern große Blasen wirft, zwei Mal die großen Fragen zur Distanz.
Und während in den Ozeanen die unzählbaren muschelförmigen Monaden, Schicht für Schicht, 24 Stunden am Tag, glattgeleckt werden, scheitern vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe zwei erklärte Sodomiten mit einer Klage gegen das Verbot von Sex mit Tieren. Und jetzt back to the fucking future