• Freitag, 5. Februar 2016

    Jetzt kommt der Stress der Fortsetzung, der Produktion, sich selbst kennen und kennen lernen über das Gemachte, so stresst es mich, die Leinwand mich und ich die Leinwand, Farben hinzufügen und die Anstrengung, die damit verbunden, und diese Anstrengung muss sein, ist doch vielleicht DIE Tatsache überhaupt und ich muss es einbauen, in mich, und darum muss der Betrachter es einbauen, in mich, und am Ende – wer weiß das schon so genau – muss grundlegend etwas geändert werden und in jede Lücke passt eine vollständige Welt, die das Gegenteil ist. 

    P.S.: Immer wieder Irritationen durch die F-B-Sache. Was ist da eigentlich los? MUSS ich mir das ansehen? Ist irgendwie unappetitlich. Sollte es zutreffen: Banalität mit Goldrand. Jetzt lese ich grade: Partnerstadt ist Hamm in Westfalen, Stadt der Zugteilung. Bezaubernd.

  • Freitag, 29. Januar 2016

    Gestern war es also soweit: das erste Mal den Satz geschrieben mit “zur Durchsetzung
    meiner Ansprüche den gerichtlichen Rechtsweg einschlagen” usw usw. – Ich im Rechtsstaat, mein erster Karteieintrag. Der Horror eines offen ausgesprochenen Kriegszustandes ist einer Beruhigung gewichen, die das deutsche Rechtssystem – spezifisch für meinen Fall kurz umrissen vom besten Freund und Juristen M. – auf mich ausstrahlt. Die abstrakte Distanz in der Sprache ist ein rätselhafter, aber heilsamer Sirup. Während M. erzählt, brechen sich Abstraktion und Konkretion meiner “Sache” als mäßig getakteter Stroboeffekt Bahn, dabei blättere ich und lese einzelne Sätze aus einem Text von Friedrich Petzel über “Bad Painting”. Es war an irgendeinem Punkt dieses Abends, an dem mir klar wurde, dass sich zwischen all diesem Zeug ein schöner Tag abgespielt hatte, ein blauer Himmel, gutgelaunte Luft. Zuletzt fällt mein Blick auf ein Bild Kippenbergers: Die Bourgeoisie kommt nicht weiter und der Fußball bewegt sich im Mittelfeld.

    P.S. Mein Lieblingsfilm ist “Der Mieter” von Polanski.

  • Samstag, 23. Januar 2016

    Smashing Ideas, Smashing Performer: weil ich den Zoom im Acrobat Reader auf 150% habe, knallt mir eine fies gestaltete Anzeige ins Sichtfeld – DIE ZEIT, No 4, 21. Januar 2016, Feuilleton Seite 38 – der appeal der Anzeige ist Volkshochschule oder Mathebuch 2016, Orange rein, Mauve rein, wobei ich fast sicher bin, dass Mathebücher, Sek II, heutzutage besser aussehen. Vielleicht auch nicht. Meine Mathebücher früher sahen “slick” aus, bordeauxrot. Aber jetzt, wenn ich länger drüber nachdenke und sich mehr Erinnerung hier Raum macht, fällt mir auch dieses eine, extrem hässliche Mathebuch…… Cornelsen? Wie hießen andere Schulbuchverlage? Was ist das für eine Welt, die Welt der Schulbuchverlage. Ich weiß nichts darüber. Weiter rechts in die Seite rein:

    Das PDF der ZEIT No 4 habe ich aus dem Weltnetz geladen, der Köln-Text von Von Uslar will gelesen werden, er schreibt von Köln als der “prolligsten Stadt”, und ich kann ihm nicht widersprechen. Gute kleine Reportage, gute Portion Text, Stichwortgeber, neue Erkenntnisse brauche ich nicht, ich brauche fortwährende Beobachtung bei ruhiger Atmung.