• Montag, 28. Dezember 2015

    Während ich meinen Schlaf im Oberallgäu abreiße, wälzt sich in den amerikanischen Medien die Meldung vom Tod Ellsworth Kelly’s nach oben, ich selbst lese die Nachricht am kommenden Morgen, heute. Auf den Dächern Raureif, aus den Dächern feiner Rauch, die Kälte hard edge – so kommt es einem vor, wenn man diese 13 Grad aus der Kölner Bucht noch auf der Haut und in der Nase hat. Gestern Abend, nach dem Essen, zitterte ich wie minus 20 Grad bei gerade mal null Grad. 

  • Dienstag, 22. Dezember 2015

    Beim Grundieren einer Leinwand fallen Farbabsplitterungen vom Stiel des Pinsels auf die nasse Grundierung, rotbraune dünne Zacken kleben auf dem blässlichen weißen Brei. Wenn mir alles zu “schicksalshaft” – also bescheuert -vorkommt, wie jetzt, rufe ich Gott an, oder wie das Konstrukt heisst – GIVE ME A FUCKING BREAK JA? – dann trink ich bisschen vom Kaffee und lache ein bisschen in mich hinein, über mich, über alles.

    Seit ein paar Tagen muss ich viel an Junkie-Kunst denken, an die Basquiats, an die Dash Snows (der Plural, der entindividualisiert, weil man – obwohl von einer Person sprechend – immer das Programmatische der Biografie meint) was das alles ist, und noch mehr als die Kunst selbst interessiert mich das, was darüber gesagt wird, wie es aufgenommen wird. Die brennende Sehnsucht nach dem Outsider, hoffnungslos und permanent und unrettbar verloren; die Kritik genießt es, diesen Noch-Existenzen beim Sich-Ausschütten zuzusehen, und in Zeiten, in denen die meisten schon wissen, wie und wo sie sich in die Geschichte einzuschreiben haben, findet – bei allem Chaos – das Ende seine irgendwie auch brüllend banale und konventionellste Gestalt: die Überdosis mit 27. Und all das: logischerweise ein Ofen, an dem man sich wärmt wärmt wärmt

  • Montag, 21. Dezember 2015

    “Die gute Frage ist genau jene, vor der wir hier und jetzt stehen, und sie lautet: Wie können wir das alles nachvollziehbar erzählen – auch für jemanden, der nicht…”

    Dezemberfern aufgewärmt liegt da vor einem: die Welt. In der Luft, im Fönwind der Wunsch nach “Stabilität und Zuwendung”, hähnchenhaltend mit der Angst nach vor zu viel Nähe. Eben so sehr NICHT egal ist es, sich anders benehmen zu wollen, wie man “ist”, für etwas Bestimmtes. Wie jeder wissen sollte: es gibt Dinge, die weiß man einfach

    Im Spirit des Geringfügigen, dass das Überschreiten einer wie auch immer gearteten Grenze scheinbar auszuschließen versucht, lässt es sich mit Ruhepuls leben, und wenn man hinter sich die Türe schließt und auf die Straße tritt und sich selbst entlässt in diese 13-Grad-Celsius Tage liegt da vor einem: die Welt als beschissene Scheibe. Not for me, baby