Beim Grundieren einer Leinwand fallen Farbabsplitterungen vom Stiel des Pinsels auf die nasse Grundierung, rotbraune dünne Zacken kleben auf dem blässlichen weißen Brei. Wenn mir alles zu “schicksalshaft” – also bescheuert -vorkommt, wie jetzt, rufe ich Gott an, oder wie das Konstrukt heisst – GIVE ME A FUCKING BREAK JA? – dann trink ich bisschen vom Kaffee und lache ein bisschen in mich hinein, über mich, über alles.
Seit ein paar Tagen muss ich viel an Junkie-Kunst denken, an die Basquiats, an die Dash Snows (der Plural, der entindividualisiert, weil man – obwohl von einer Person sprechend – immer das Programmatische der Biografie meint) was das alles ist, und noch mehr als die Kunst selbst interessiert mich das, was darüber gesagt wird, wie es aufgenommen wird. Die brennende Sehnsucht nach dem Outsider, hoffnungslos und permanent und unrettbar verloren; die Kritik genießt es, diesen Noch-Existenzen beim Sich-Ausschütten zuzusehen, und in Zeiten, in denen die meisten schon wissen, wie und wo sie sich in die Geschichte einzuschreiben haben, findet – bei allem Chaos – das Ende seine irgendwie auch brüllend banale und konventionellste Gestalt: die Überdosis mit 27. Und all das: logischerweise ein Ofen, an dem man sich wärmt wärmt wärmt