Im Wissen, vor wenigen Minuten ein paar Stücke eines Apfelkuchens gegessen zu haben, der bereits schimmelte in den kleinen goldbraunen Mulden der Oberfläche, in denen die Apfelstücke hineingesackt waren, trinke ich einen Kaffee hinterher, denke an den Kontrast, den die kleinen, fast türkisfarbenen Flecken mit den flauschigen, fein ausfransenden weißen Rändern zum Kuchen bildeten, und ich das dennoch erst hinterher gesehen habe – jedes Stück auf dem Teller war befallen – aber von Ekel zu sprechen, wäre gelogen. Schuld ist das scheiß deutsche Licht, bin ich sicher, als neben mir eine Rose ein Blatt verliert und mit einem Geräusch auf den Boden der Wohnung meiner Eltern fällt, das verlässlich beschissene deutsche Licht eines Oktoberendes, entmutigend und im Ausschnitt des Fenster rechts von mir, sieht es aus wie eine weltumfassende Rigipsplatte, die man hinter das Dach des Nachbarhauses geschoben hat, ein Himmel, der das Anthrazitgrau der Dachziegel zur leuchtenden Farbe macht.
Bevor all das passierte, überkam mich auf dem Weg zur elterlichen Wohnung wieder dieses Gefühl von Erleichterung. Erleichtert darüber, aus der Innenstadt weg zu sein, raus zu sein, diese unglaublich leise, wie abgedämpft wirkende Sphäre der Vorstadt, minutenlang keine Autos, und wenn eines zu hören ist, ist da dieses schmatzende und rätselhaft angenehme Geräusch eines Autos, das in gemäßigtem Tempo durch eine Pfütze fährt. Natürlich war es vor über zehn Jahren genau dieses “Abgedämpfte”, das einen, das mich herausjagte aus der Gegend, Ruhe ist der Tod usw, aber heute, hier, bin ich guter Dinge.