BLACK HOLE RETROGRADE
Der Monitor—hardest worker in the country—schaltet um in Night Shift, genau in dem Moment, in dem man den Kopf wegdreht. Ein kurzes, kaum wahrnehmbares Flackern am äußersten Sichtfeldrand, und die blaue Lichtmischung, sie wird gelblich, rötlich, cool to warm.
Warum hatte man nochmal den Kopf weggedreht. Man wollte durchs Fenster sehen. Im Fenster hängt ein schwarzes Rechteck.
Warum kommt das so interessant, so mysteriös, dieses schwarze Rechteck? Wie es da so extrem banal weiß und klobig eingerahmt ist, von Kunststoff. Man weiß, es ist eine Scheibe Glas. Man vergisst kurz, was man weiß.
Man sieht einen Obsidian-Spiegel, schwarzes Eis, man ahnt die ganze Welt dahinter, millions now living will never die. Man kann es nicht wegscrollen, man will es nicht wegscrollen, man käme nie auf die Idee.
Dieser Bereich des Sehens, diese Art zu Sehen, sie gehört noch uns, stellt man fest, ein bisschen happy sogar. Mit Betonung auf noch—vielleicht. Fragezeichen. Man weiß nicht, was übermorgen ist.
Was man weiß, ist, dass man es tatsächlich spüren kann, wenn die Augen aus dem Corporate Seeing ausbrechen, dem Monitor und dem Terrain, das er anzeigt, minenverseucht, signifikantenverseucht, einen Interesselosen jederzeit mit einem lautlosen blast in die Zwischenwelt der content-Affekte zu befördern. Diese Zwischenwelt ist das Gegenteil von Kunst.
Man öffnet die Systemeinstellungen. Man lässt Night Shift noch mehr Gelb in die Flüssigkristalle pumpen. Mid-Scroll schaut man rüber, zum Fenster.