IT WAS ALL WHIRLWIND, FLESH AND HOSPITALS
Windhosen-Icon, Wetter.de, zeigt jetzt an 27 Km/h, gestern Abend 57 km/h. Mehr noch als die Zahlen erzeugt das Geräusch, ein Schäumen und Anschwellen, wie die unruhige See, und man schwimmt mittendrin, in seinem Bett, mit dem ganzen Haus. Ich mochte das immer schon, zu wissen, dass die Grenze so nah verläuft an mir, nur die Wand zwischen mir und dem Sturm gestern Nacht, und pathetischerweise (?) verbinde ich das auch ganz direkt mit dem Schreiben. Es gibt da diese eine ganz konkrete Erinnerung, ich sitze in Deutz in einem Cafe, draussen, unter einem großen Schirm, und es beginnt abzuregnen, nur ein paar Zentimeter trennen mich von dem Schauer, und ich habe ein Notizbuch vor mir und fange an, genau diesen Gedanken festzuhalten, und ich wusste wahrscheinlich damals schon, dass das bisschen behämmert ist, aber gerade MIT dem Bewusstsein geht man durch etwas Wichtiges hindurch, glaube ich, wird mitgenommen, nimmt sich selbst mit. Das war 2003 oder 2004, und es war vielleicht der Anfang von: ich SCHREIBE jetzt. So ganz offiziell.
Diese Lindenbäume hier, im Innenhof—ich glaube, es sind Linden—sind jetzt in diesem Gelb-Stadium, das mich extrem anspricht, dieses Gelb meine ich. Glaube, früher war mir Gelb egal, jetzt merke ich, wie mir diese Farbe, speziell dieses Mittnovembergelb der Lindenblätter direkt reingeht ins Auge. Es entzieht sich auch noch meiner Bestimmung: es ist weder eindeutig warm noch kalt, bzw. es trägt sowohl eine Tendenz zu einem kalten, bläulichen Ocker in sich, wie auch das strahlende Warmgelb von blühenden Rapsfeldern, von der hell leuchtenden Jahresmitte. Drag me to both sides.
Eine neue Form von Grunge wäre eine schöne Sache.