OKTOBER
Am Normalofenster, morgens.
Ruhig, wolkenlos, die Sonne kommt milde, gnädig. Zwei kurze Dunststreifen hängen parallel zueinander, völlig allein und horizontal im Blau, wie Fontana-Cuts.
Vom Licht her mehr noch Sommer, als es der bereits in der Luft liegende Winter annehmen lässt. Das Schöne am Frühherbst, dieses Zusammentreffen. Eben sah ich die weißen Pfoten einer Katze hinter einem Fenster mit Gaze herumwischen, jetzt dringt dumpf die Musik eines Trommelbatallions herüber, und im nächsten Moment ist sie zerstoben und an ihrer Stelle ist die Düse eines Flugzeugs. Das Trommeln wird mit dem Marathon zusammenhängen, damit beschäftigt sich die Stadt heute. Jetzt dringt auch der Deodorant-Gestank von den Nachbarn durchs Fenster rein, und es wird langsam ein bisschen voll hier.
Vorgestern und Gestern gedacht, jetzt ist es wieder soweit, ein MacBook stirbt erneut. Ich war sehr gefasst, aber auch etwas nervös (kein Backup) und, scheinbar, nicht ohne Widerstand, denn, obwohl man mir bei Gravis schon den nahen Tod so gut wie prophezeite, wollte ich das nicht akzeptieren und googelte, wieder zuhause angekommen, etwas, das Problem betreffend. Und dann las ich was von einem SMC-Reset, und das probierte ich aus, und, siehe da: GENAU DAS war das Problem? Der Computer unterlässt seitdem alle Zickigkeiten, und ich hatte das Gefühl, meine Idee von Zuversicht wurde belohnt.