WIR FAHREN DURCH
7:21h. Irgendwie—und warum, das ist ja eigentlich niemals richtig klar, aber von wie hinter einem, von ganz hinten her kommt eine Vorahnung, eine mehr oder weniger konkrete Information, aus dem hoffentlich nicht ständig sendenden Strom des Bewusstseins und seiner Inhhalte, d.h. ständig sendend ja wohl doch, aber nicht ständig ernst genommen—wusste ich schon Montag, dass die FedEx-Person am Dienstag nicht erscheinen würde, um das Paket für Zürich abzuholen. Kam auch nicht. Also wieder Gelegenheit, einzuüben, was wirklich stets dringlicher wird: shrug it off, und was anderes machen. Wenn man mal ganz ernsthaft, also in möglichst voller Konsequenz darüber nachdenkt, was man selbst alles nicht in der Hand hat, kontrollieren kann, beeinflussen kann, wird einem kurz schwindelig.
ICHI AUCHI
Jetzt aber sitze ich im Zug. Um dorthin zu gelangen, erhellte mir um 5:49 Uhr ein Morgenhimmel in den leuchtenden und ultrakünstlichen Farben eines isotonischen Sportgetränks den Weg. Powerade Morning Blast, Croissant Flavor. Im Abteil: Teenagermädchen haben die Schuhe aus und ihre Girlfüßchen stecken in weißen Sportsöckchen. Jetzt dösen sie bereits, über die Tische vor ihnen hingestreckt wie Trinker bei Toulouse-Lautrec. Es ist nicht ihre Uhrzeit.
Am Gleis eben traf ich Lenny, nawasmachstdudennhier, und er zeigte auf seine zwei berucksackten Compadres, das seien seine Leute von der Linksjugend, und sie fahren jetzt nach Prora. Auch deswegen habe ich beste Laune. Findet mich das Glück?
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