IN IT FOR THE LONG GAME oder SIEG ÜBER FedEx
Der Widerspruch, für den findet die Natur ganz—entschuldigung—natürliche Formen. Es scheint die Sonne auf mein Bett, ein warmes gelbes Trapez, aber es weht kühl herein, durchs Fenster. Das ist schon funny. Funny wie funny, nicht wie seltsam. Besonders dann, wenn man in einer Laune ist, in der man meint, das einen alles nichts angeht. Vor allem das, was mit dem eigenen Leben zu tun hat. Ich habe keinen Begriff dafür. Nennen andere das Buddhismus? Oder das Dieffenbach-Syndrom? Es ist so scheißegal. Was anderes: die Tage tragen schon mehr Blau in die Nacht herüber.
Gestern ging ich mit meiner Mutter, nachdem wir gegessen hatten, etwas am Rhein spazieren. Kleine Runde. Das Licht und die Luft, Frühling stülpt sich live über den Winter. Als wir schon wieder auf dem Rückweg waren, fragte sie mich, ob wir uns kurz auf die Bank da setzen wollen? Das fand ich süß von ihr. Zwei, drei Minuten, mehr nicht. Ich schaute aufs Wasser und musste an die Aquarelle von Sargent und Zorn denken, wie sie da das Wasser so hinbekommen, und wie irre das immer wieder ist, festzustellen, wie schlecht man…
Kurze Zeit vorher, bevor wir aßen und ich spazieren ging, streichelte und kraulte ich der Nachbarshündin Mara den Kopf, den sie auf die bauchhohe Mauer gelegt hatte, und ein kräftiger beam von Sonnenlicht erwärmte ihr schwarzes dichtes Fell, während ich mit den Fingern durchfuhr.
Wäre ein guter Zeitpunkt gewesen, zu denken: self-expression puts no truth in beauty. Darum ist es gut, dass mich self-expression nicht interessiert. Ich ordne nur neu an. Aus einer Laune heraus, in der man meint, das einen alles nichts angeht.