• Freitag, 17.2.2023

    Barry Flanagan bei Max Hetzler, Potsdamer Straße.

    Hinter der offensichtlichen catchyness der großen bis sehr großen Bunny-Bronzen unten, entfaltet sich im zweiten Stock das konzise und angenehm sinnliche Spektrum des Barry Flanagan (tot). Bei Hetzler, of all places. Eine schöne Überraschung ist immer schön. Dia-Projektoren, ohne Dias, als Quellen weißen, scharfen Lichts, auf wie hingeworfene Stoffe gerichtet und dadurch auch gerahmt. Sandhaufen, so schön, wie man sie vielleicht selten gesehen hat, was aber an der Art des Sehens liegt, die der Galerieraum ermöglicht, nicht am Sand. Kunst von beiden Enden gedacht. Over.

  • Mittwoch, 15.2.2023

    MONARCHIE UND ALLTAG ZUGFAHRT

    Ein schöner, blasser Morgen. Es ist noch früh, und der Mond hängt in trübem Blau like a clipped finger nail. Auch die Bäume sind noch blau, die Gebäude wie in dunkle Umhänge gehüllt. Hinten, dacht ich, stehen schon die Krankenwagen, Lichter an, der erste Junkie hat schon performt, am Performing Space Ebertplatz. Es war aber nur das Außenlicht der Apotheke, da auf der anderen Seite des Platzes.
    Das rippelnde Geräusch der Rollen meines Rollkoffers ist auch nicht für Jeden. Zum Beispiel für mich, jetzt. Bisschen sehr expressiv.

    Bei McDonalds noch einen Kaffee (Inflationsnews: 30 Cent teurer geworden von 1,49 auf 1,79€) holen, und während ich warte, starre ich fasziniert auf den freigelegten Teil der Softdrinkmaschine, da, wo die Spritzdüsen drin sind. Ich glaube, man sagt Spritzdüse?

    Ich dachte, mein Zug fährt durch bis Berlin. Tut er aber nicht. Jetzt halten wir eben, nachdem wir in scheinbar gleichen Zeiteinheiten Ebenen durchfahren, in denen die scheinbar gleichen Gebäude stehen auf von Nachtfrost noch bleichweißen Matten, in immer anderer Anordnung und Streuung, wie von AI generiert. Oder “KI”, wie BuKa Scholz wahrscheinlich sagen würde. Oder unser Panzerlord Pistorius. Ich mag den, den Pistorius. Weiß natürlich gar nichts über ihn, aber mir gefällt, wie er auf Fotos aussieht.
    Sonne fällt auf Döllken Profiles. Trapezblechhalle. Aus diesen Worten und Wörtern ist Deutschland gebaut. Außerdem aus: Schwelm.
    Vorhin, kurz vor Wuppertal, wurde es offen und in einer Senke zog sich eine einzige Landstraße hin, und darauf ein einsames Auto, das anthrazit aufglänzend dem sanften Wintermorgen entgegenfuhr. Es war ein Bestattungsfahrzeug.

    Ich, aus Westhoven (mit V), fahr grade vorbei an Westhofen (Ruhr, mit F).

    “Ein kleiner gastronomischer Hinweis. Wie Sie ja wissen, war gestern Valentinstag, und wenn ihr Valentinstag nicht so erfreulich verlaufen ist, beschenken Sie sich doch zB mit einem Kaffee in unserm BordBistro.” Kein Witz. Also doch, aber. Wir lachten wie alte Frauen.

    Der Kaiser. Er will da durch reiten.

  • Sonntag, 12.2.2023

    CHAMPAGNERDURST

    In Westpoint.

    Es blinkt grün, hektisch und in Reihe. Das heißt: Internet kaputt. Diese Zeilen sind offline geschrieben. Können Sie den Unterschied schmecken?

    Ein einsamer Düsenjäger am Himmel, heute, gestern?, der Schall und seine unsichtbaren Umwege. Hinter sich her zog es eine pulverige weiße Naht durch den Himmel. Gestern. Heute war es zu grau.

    Ich werde wohl wirklich dümmer. Jedes Buch, das ich lese,
    ein M e i s t e r w e r k. Train Dreams (Danke Marc Dégens), The Largesse Of The Sea Maiden, “Meisterwerke”. Bisschen funny ist es natürlich schon. Das Wort “Meisterwerk” meine ich. Eine faulige Frucht, im Garten des Grift.

    Auf dem Weg nach Westpoint ein Minihündchen, es verfing sich mit dem Hinterbein in der eigenen Leine. Das Hündchen heißt “Fuckhead”, dachte ich. Auch wieder wegen Johnson.
    Eben hab ich Hündchen Mara powergestreichelt. Ich wollte Friederike ein Foto machen und schicken, weil sie mir gestern eins vom Kater geschickt hatte. Aber ich kam gar nicht dazu, zum Fotomachen, Mara duldete no fucking Päuschen.

    Träumte von einer Elster, die mein Freund war. Sie klebte an meiner Schulter, mit den Flügeln ausgestreckt, wie eine Fledermaus.