Freitag, 13.1.2023
CHELSEA BOY
Auf der Dachterrasse über mir verräumt der Wind unter lautem Rumpeln unsichtbare Gegenstände, er räumt sie hin und her, und darunter schlafe ich, tief. Der Krach, sollte man sich nicht von nerven lassen–you have to ride it.
Hansa und Sohn Kilian besuchen die Ausstellung, und Hansa überreicht mir eine Doppel-LP, die er und seine Jungs von der GANZ alten Krefelder Band haben pressen lassen, von ihren alten Aufnahmen. Mich rührt irgendwie, dass sie das gemacht haben, dass sie ihre gemeinsame Jugend in diese eine Form gebracht haben, die ein so schönes Objekt ist, so funktional und klar. Auf dem gatefold cover überall Fotos der Band, Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre, und obwohl man von so etwas schnell genervt sein kann, von der potentiellen Aufdringlichkeit von Fotos und ihrer Nostalgie (Mitch Hedberg: one time a guy handed me a photo and said this is a photo from when I was younger, and I said: every picture is of you when you were younger), hat das hier was Träumerisches. Von jedem Foto schaut einen ein Gesicht an, das noch unterwegs ist, unterwegs in Richtung Zukunft. Jugend–you have to ride it.
Gestern Abend Essen mit Uwe bei Celentano, und eine Spaghetti Puttanesca und zwei Peroni später war ich um ein paar kleine Stories über Richter, Crumb, Pettibon, Ruppersberg schlauer. The wind was tame back then.