• Donnerstag, 15.12.2022

    NOT ALL JOKES ARE MEAN, BUT ALL JOKES MEAN.

    Erster Kältehöhepunkt, minus Vier in der Bucht. Meine Fensterisolationen sind sowas von nicht-vorhanden, dass mein Schlafzimmerfenster morgens immer komplett von Kondenswasser benetzt ist, erblindet von Wasser. Überhaupt, die kleine Scheißwohnung ist keine Wohnung, sondern nunmehr eine Art Gegenspieler. Ich wohne TROTZ meiner Wohnung. Obwohl ich die kleinen Stifte, die die Heizungsventile öffnen und schließen, neulich noch neu justiert hatte, indem man sie mit einer Zange ein paar Mal rein und rausdrückt, locker macht, heizt die Heizung eher erratisch. Manchmal drehe ich auf 1, und sie fährt knallend heiß hoch, dann ist sie bei Stufe 2 vollkommen schwächlich und erbärmlich. Ich bin von kleinen Gags umgeben. Die Wohnung, das ganze Haus prollt in meine Richtung: verpiss dich.
    The absurdities of power enrage powerless artists, so they try to magically create seriousness out of its opposite. So hier Glenn O’Brien. 

  • Mittwoch, 14.12.2022

    IS AMONG THE MOST RESPECTED ARTISTS IN THE CONTEMPORARY ART WORLD, AND ONE OF ITS MOST MYSTERIOUS AND ENIGMATIC AS WELL, HE IS A CONCEPTUAL ARTIST, A PHOTOGRAPHER, A WRITER, A PAINTER, A SCULPTOR, A COLLECTOR, AN ACTOR, A GRAPHIC DESIGNER, A CURATOR– SIMULTANEOUSLY THE OTHER AND HIMSELF.

    Der Winter schickte am Montag noch in ganz flachem Winkel gelbes Licht, das fast zaghaft wirkte, und selten. Vielleicht deswegen sah man sich das öfter an, dieses fade Gelb, das wie um seine eigene Seltenheit wusste und sich deshalb bewusst interessanter inszenierte. Es war sich seines Publikums bewusst geworden. Und die Schatten, die sich direkt dahinter ausbreiteten und über die Flächen sich ausgossen wie Tinte, preußischblau und transparent: showy. Wer die Malerei sucht, nur um dort die Farbe zu finden, der–

    Ein Snarf ist einer, der an den Fahrradsatteln der Mädchen riecht, aber das ist der Sommer, der ist jüngst verstorben, und ein Kind von Morgen. Ich rieche jedoch die hohe Wohnung am Landwehrkanal, die ich nicht besitze. Darin ein Kater, der jede Dame angräbt. Besitze ich auch nicht. Und dann, dann wird es Nacht.

    Dass Charles M. Schulz Charlie Brown und Lucy van Pelt, und all die anderen, so oft Schlittschuhlaufen ließ, liegt daran, daß er, Schulz, selbst aus St. Paul, Minnesota, kam. Dort sind die Winter echte Winter. Das erste Bild im Strip, eine kleine Figur, zwei, die Schlittschuhe über der Schulter hängend. Darum haben mich die Peanuts ausgesucht. Ich bin ein Winterboy, bin geboren im Januar, noch bevor das Licht kam.

    Einmal meinte Charlie’s Schwester Sally zu ihm, er müsse lernen, wie man mit einem beachball redet. Das ist guter Rat.

  • Sonntag, 11.12.2022

    HUMAN SUFFERING DOESN’T SELL TICKETS IN KANSAS CITY

    Bei Bittner lag ein Buch von Thomas Melle, über die Beastie Boys als “beste Band der Welt”, irgend so ein maskulines Superlativ-Ansagen-Ding. Was für ein Umstand, ein ganzes Buch darüber, dacht ich da. Im Prinzip hab ich nichts gegen die Beastie Boys, sie interessier(t)en mich einfach nicht. Mir ist nicht klar, in was für einer Verfassung ich sein müsste, um ein Begehren nach den Beastie Boys zu spüren. Ich bin ja nicht 17. Darüber war ich so ein bisschen traurig geworden: die Beastie Boys als höchste Form des musikalischen Weltangebots, von einem was, 50jährigen? Und dann, vielleicht auch, obwohl’s hart klingt, ein bisschen froh darüber, in diesem Falle nicht Melles Leben geführt haben zu müssen, um zu diesem Schluss zu kommen. All das in 20 Sekunden. Und ein Tag hat wieviele, 86400?

    Abgeholt dafür das Atticus Lish Buch. Die neuen McCarthy-Bücher hat Bittner in so einer attraktiven Doppel-Kassette da, verschweißt. DAS BUCH–wie kann ein Objekt immer noch so geheimnisvoll sein, nach all der Zeit. Vorne, da ist das Cover, und was dahinter ist, das sieht man nicht.

    Es ist kalt und trocken. Ich bin im Griechencafé. Alle sprechen Griechisch, und ich verstehe nichts. Wunderschön. Die Tage hatte der Typ hier mir, meine nach einem Snack scannenden Äuglein interpretierend, angeboten, ein Rührei zu machen. Mit einem Rührei kann man manchmal mein Herz gewinnen, isso.

    Ich bin beeindruckt
    von Kroatien

    Manchmal kommt die Frage auf, unter meinen peers, wie wir unsere eigene Kunstsammlung starten würden. Vier wüsste ich sofort: ich will einen Milton Avery, ich will einen Sargent, ich will einen Kienholz und ich will eine Rosemarie Trockel. I’d go from there.

    „The scene had an African quality about it: the nonchalance of the passers-by contrasted with the woman’s plight“