DEUTSCHES DATUM WORLDWIDE
Künstler, ungeachtet dessen, ob sie “just happen to be a woman” (Louise Nevelson), oder ein Mann sind, “wasting his enviable talents by pursuing fashionable portraiture and curbing his interest in the progressive art of his youth” (aus dem Vorwort zu John Singer Sargent – The Sensualist), verfolgen und hoffen (es müsste ein Kofferwort geben für diese beiden) auf das Gelingen einer Art des Verschwindens, durch ihre Kunst. Verschwindenwollens. Wahrscheinlich bin ich nicht anders. So richtig Platz genommen habe ich in diesem Gedanken nicht, er ist eher an mir vorbeigefahren. Aber fahrend, das ist fast der schönste Zustand.
“I am trying to erase myself. Each time I make a painting, I give away part of myself“, sagt Brad Phillips in einem Interview, (malender und zeichnender) Konzeptkünstler, und Autor des Buches Essays & Fictions (Tyrant Books, 2019).
Auslöschen vielleicht nicht. Aber mir gefällt die Idee, als könnten diese neuen Mauer-Bilder in Gänze für mich einstehen. Zumindest für die Zeit einer Ausstellungsdauer. Bis Ende Januar also. Das ist doch eine schöne und kompakte Einheit von Zeit.
Freitagabend, oder Nacht vielmehr, hab ich mich dabei ertappt, wie ich einfach im Bett lag um Musik zu hören, als aktive Sache. Nicht Musik als diese Begleitscheisse oder degradiert zu ATMO. Und dann habe ich mich gefragt, wann ich das zuletzt eigentlich so gemacht habe: einfach sitzen oder liegen und die Musik hören, ganz bewusst? Sich von Geräuschen oder Harmonien oder auch nur einer Note einnehmen lassen zB? Sich richtig knietief rein in die Cobras. Und so kam ich überhaupt drauf, auf das Verschwinden, denn ich war auf so wunderbare Weise NICHT DA, als ich, immer und immer wieder, auf “Untitled” von Helvetia klickte, dass es mich einsaugt in die Kopfhörer, die ich auf dem Kopf hatte, und komplett bescheuert aussah damit, aber who gives a fuck.