ONE LOVE TWO GIRLS ONE CUP
Auf dem Heimweg, irgendwann zwischen Freitag und Sonntag, es regnete nass und kalt aus schwarzem Nachthimmel herab in glasklare, bunt leuchtende Pfützen, hörte ich, im Vorbeigehen, einen Mann zu einem anderen sagen, die Tür zur Kneipe schon halb geöffnet: “Kommt drauf an, was man verkauft!”
Hatte das Gefühl, diese Ausstellung, obwohl anders, größer angelegt, kam –vielleicht–deshalb gut, funktionierte als dieses Weniger gut, weil es viel gab, wovon ich wegnehmen konnte. Es war keine Schwundform von der Grundidee, der Idee, eine Ausstellung zu machen über die Strasse, über die Strasse als exemplarischer Ort, mehr oder weniger grade wegen seiner vermeintlichen Profanität/Anti-Profundität ausgewählt, also als Ort, der uns alle etwas angeht. Ich erinnere ein Essen mit Joachim, noch vor dem Sommer, und etwas sehr Konkretes, das er zu mir gesagt hatte an diesem Tisch, und vielleicht war es der letzte, aber doch sprachlich konkreteste Hinweis, den er mir gab, und dessen Inhalt ich schon geahnt, nun aber wirklich IN FORM auf einmal vor mir hatte, ein Satz, eine Aussage, wie eins dieser Cartoon-Wölkchen, die sich dann genauso schnell wieder auflösen, aber wahrgenommen hatte ich es. It’s funny how things work.
Gleich zu Beginn der Eröffnung eine Unterhaltung mit einer französischen Kuratorin, die ich nicht kannte, und sie mich nicht, was direkt so ein integres Szenario herstellt, und die direkt Sachen zu sagen wusste, die mir erstens richtig vorkamen, und zweitens von mir so noch gar nicht bedacht. Später ein Schweizer Gallerist, der noch genau den Zugang zu den Bildern offenbarte, der noch fehlte, wie ich ihn mir tatsächlich auch erhofft hatte: über die Art und Weise wie gemalt wurde. Tief empfundene Art von, wie soll ich sagen, Zufriedenheit, wenn es auch nur einen gibt, der es auf eine tiefere Art “versteht”. An diesem Abend also gleich zwei–und unter den Schweigenden gar auch?
José de Ribera
Una mano que escribe
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