THE WORLD CANNOT INTRUDE, AND THE WALLS ARE THICK
In der Zwischenebene der U-Bahn-Station Friesenplatz, Place le Frison, könnte Frau Karin Müller ihre DAK-Gesundheitskarte wiederfinden, sollte sie sie suchen, denn jemand hat sie, die Karte, unter eine Aluminiumverschalung geklemmt, gut einen halben Meter neben dem Fahrplan. Komisch intim, so eine einsame Plastikkarte in Deutschland.
Aus Gründen hab ich jetzt also eine Ausstellung, in 15 Tagen. Und wie so oft spüre ich die Beflügelung, being on a schedule. Der sog. Zeitdruck hilft, eine angenehme Ernsthaftigkeit zu erzeugen, in der ich wiederum gut locker bleiben kann. Ich fühle mich nicht erpresst. Entscheidungen kommen mir sinnvoll vor, vielleicht gerade weil Sinnhaftigkeit beim Kunstmachen schwer–ja, was ist das Wort hier, NACHZUVERFOLGEN? ist. Sicher, es gibt den Sinn der Produktion, den intrinsischen Teil des Machens, des Make-do, aber die Frage, warum denn ausgerechnet JETZT Mauer-Bilder in Öl? Kurz: darum. Es hat sich angedeutet. Wenn ich mir den Bauplan dazu im Hirn kurz hinskizziere, oder ich Stimmen erzeuge im Kopf, die mir das alles nochmal selbst erklären sollen, dann sprechen dutzende davon gleichzeitig. Die Geschichte ist dabei aber, am Ende, doch relativ geradeaus, straight, und sie beginnt schon letztes Jahr. Das Ganze läuft irgendwie symphonisch ab.
Die Geschichtsbücher sagen, das ist normal so bei den Leuten, die ich selbst interessant finde. Dann ist ja gut.
Außerdem muss (muss wie will) ich mal wieder Postkarten schreiben. Das ist nämlich super.