• Mittwoch, 6.7.2022

    STÜCK MELONE

    Seit gestern steckt mein Kopf hauptsächlich in einem Nebel, ich bin halbmüde, halbwach, halbklar und halbbeschäftigt. Ein Power-Nickerchen gestern brachte keine Abhilfe, es geht einfach direkt weiter mit dem Zustand. Wetter? Ich hab keine Ahnung, ob das stimmt, aber was stimmt, ist, daß sich das Wetter seit zwei Tagen nicht so recht entscheiden kann, was es nun will, sein will, und bei solchen Tagen hauts mich oft raus, so ist es zu beobachten. Heute Morgen beim Rühreifrühstück mit Lukas, Lukas so “und da hab ich mich testen lassen”, und da fiel mir überhaupt ein: mei, vielleicht hab I a Coronerl jetzta. Da war ich gar nicht drauf gekommen, auf das Corona-Ding. Haha. Also bin ich eben zum 3-Euro-Testen, aber das Ergebnis war negativ. Ich bin vielleicht einfach nur durch, müd, vielleicht sogar reif für das, was die Menschen “Urlaub” nennen. Jetzt hängen hier wieder so Wolken mit graulackierten Bäuchen, und es ist so ein Zwischen-etwas, warm und kühl gleichzeitig, höchst neurotisch und volatil und unklar und ich möchte nur liegen und Samuraifilme schauen. Was mich jetzt beleben könnte, wäre so eine extreme Fremdheit, ich müsste jetzt auf einmal auf Ibiza sein, mitten unter so langweiligen Gestörten, und ich würd dann so Urlaub machen, um diese Leute herum, so ganz demonstrativ und bisschen doof mit Buch, Kaffeechen, früh ins Bett, no drugs, und die bloße physische Nähe dieser Leute und Umgebung würde mir schon reichen, als würden die stellvertreterartig da für mich “mitfeiern”. Ich muss nur sitzen und gähnen und meine Poren bisschen von der Sonne bescheinen lassen, Tintenfische essen, und den streunenden Kätzchen Namen von Mafiatypen geben, zB “Fat Tony”.

  • Montag, 4.7.2022

    DER STOSSZAHN EINES NARWALS, AUF WEISSE FALLSCHIRMSEIDE GEBETTET

    Die frühe Sonne züngelt in die bescheidene Kammer, in der der vielleicht noch junge, sicher aber emerging Künstler schläft und träumt. Er träumt ein bisschen von der einen koreanischen Schauspielerin, die die böse und intrigante Königin Cho spielt, einerseits, aber auch, andererseits, träumt er von den eleganten und unglaublich fashionable Trachten und Gewändern und Hüten (Hanbok) der mittleren Joseon-Periode. So wie einst der Japonismus in die französische Malerei einfloss, durch Degas, durch Manet, später (wieder) durch Matisse, konnte der Joseonismus bisher keinerlei größeren Einfluss nehmen. Ließ James Lee Byars sich vielleicht bei seinen Hüten durch Hanbok beeinflußen? Eine Pfauenfeder jedoch, die fehlte. 

    Hanbok

  • Sonntag, 3.7.2022

    IM MERIDIAN DER GASKRISE

    Remember when PRIDE was a Deadly Sin?

    Den frisch gewaschenen Kissenbezug über den Kopf gestülpt, Guantanamo-Style–
    so eine Minute stehen, die angenehm feuchtkühle und erfrischende Kleinstatmosphäre durch den Kopf in den Restkörper sickern lassen.

    Draußen mit Gatsby. Manchmal schaute ich auf, und was ich sah, waren Frauen, deren Brüste von zu engen Schlauch-Tops zu Entenschnäbeln gepresst wurden, die nun trotzig in die Außenwelt zeigten. Oder die nackten Schenkel einer anderen, die in der Mittagssonne aufschimmerten, und die im Kontrast zum Blau ihrer Jeansshorts die Farbe von Ahornsirup hatten.

    Man wolle den Vortrag und die Debatte
    zu einem späteren Zeitpunkt
    nachholen