• fr, 15.8.2025

    TOUCH ‘EM WITH LOVE

    Vielbesungen,
    Ewigkeit

    Ferragosto.
    Der Gestank der Stadt, er spricht zu einem. Aus zu faserigen Fladen getrockneten, aus Körpern ausgeworfenen Pampen, aus wie mit Schellack bestrichenen öligen und pissigen Schlacken und aus den unsichtbar dampfenden Haufen von Müll und Scheisse, hochgetürmt und von Augusthitze zusammengeschmort zum grossen EINDRUCK, zur von der Sonne abgewandten Fratze des Sommers, auf die sich die Fliegen setzen.
    Der Gestank, er duzt mich, und das ist vielleicht das Schlimmste daran. This is our journey?

    Und der Mensch? Sie wiegt z.B. das Gemüse und das Obst ab—erntefrisch aus habichvergessen—das sie aus ihrem Anhänger heraus verkauft. Trockenblumen, Eiernudeln. Mittwochs nicht.
    Er arbeitet z.B. für das, was man den Curatorial-Industrial-Complex nennen könnte. 5 Asian Painters Making The Personal Political. Expect This Palestinian Artist’s Market Rise To Continue This Fall. Alle Systeme streben nach Komplexitätsabbau. Something like that.

    Ich fand mich in grossem Aufwand wieder, grossen Aufwand betreibend für die Postkarte, die ich Sergio, von Pizzeria Da Sergio, versprochen und angekündigt hatte. Nochmal besondere Strenge legte ich mir auf, wie ich sie mir in Sachen Kunst niemals auferlegen würde? Stimmt das? Nur das BESTE für die leichte Herzensgeste, isso.

  • mo, 11.8.2025

    ONCE MORE WITH FEELING

    Das ist auch neu: aus Wut aufgewacht.

    Man schlägt das Duchamp-Buch auf und Ms. Beatrice Wood schaut einen an. Aus einem schwarzweissen, seidenmatt gedruckten Rechteck heraus, ca. 10 mal 7 Zentimeter. Dunkle Augen unter einer breiten, runden Hutkrempe, die sie mit ihrer linken Hand hält. Hinter ihr, sitzend, Duchamp, und neben Duchamp, stehend, in hellem Sakko und mit Fliege, Francis Picabia.
    Im Oktober 1997, im Alter von 104 Jahren, wird sie in eine Kamera sagen:
    My god, my heart’s been nothing but smashed.
    Ohne eine Spur von Bitterkeit.

  • so, 3.8.2025

    PART I

    Die Wolken,
    weiss und doof,
    halten mich, benommen,
    in meiner Umwelt verspannt.

    Auch notiert: Hamsun in einem Brief an seinen Verleger Sörensen: „In den letzten Wochen musste ich ein Taschentuch um die linke Hand binden, während ich schrieb, weil ich meinen eigenen Atem darauf nicht ertragen konnte… Das ist eben Nervosität.“