ICH, FÉLIPE
Es gibt, neben den anderen, zwei wichtige Frauen in meinem Leben: die beiden Ladies von Tantuni-Haus Ehrenfeld. Diese Frauen ernähren mich oft. Diese Frauen sind immer am arbeiten, immer am wuseln. Aber manchmal frühstücken sie auch erst um halb Zwölf, da erwisch ich sie bei. Dabei wuseln und kochen sie weiter. Sie bieten mir an, dann auch noch was zu frühstücken. Jedes Mal, wenn ich was bestelle, lächeln sie, als sei es meine erste Bestellung überhaupt. Eigentlich gibt es keinen Nachtisch dort. Neulich beschwerte ich mich ganz niedlich deswegen. Sie öffneten die Äuglein weit. Ich fragte, richtig lieb: würden sie mir Milchreis machen? Sie berieten sich laut. Sie meinten okay, ich solle Freitag kommen. Das war neulich. Am neulichen Freitag ging ich hin, und sie hatten tatsächlich Milchreis für mich gemacht. “Ja, natürlich”, sagte die Jüngere fröhlich, als ich fragte. Ich freute mich diebisch. Ich schleckte die kleine Schale leer. Wir verhandelten 3 Euro für das Schälchen. Die Ältere fragte, ob der Milchreis auch gut war?
Grad ist die eine in Urlaub, die Jüngere. Die, die noch da ist, die Ältere, bereitete mir ein Lahmacun zu (mit Salat, dem zwei eingelegte Gürkchen beigelegt sind – bestes Lahmacun der Stadt usw.), und ich hörte, wie sie der anderen, aushelfenden Frau anwies, das sei für “Felipe”. Sie meinte Philipp. Und sie meinte mich! Ich fragte sie, wer denn dieser Felipe sei?! Sie öffnete die Äuglein weit. Ich musste meinen Namen nochmal aufsagen, bzw. hatte ich ihn jemals erwähnt, hatte sie mich jemals gefragt? Aber wer mich sieht, weiß, daß ich kein Philipp bin, ja sein kann. Ich bin Félipe.
Ist nun, neben meinem echten Namen, und André, auch Félipe mein Name? Ich bin dreifaltig benannt.