• Sonntag, 24.4.2022

    HEAVEN’S GATE

    Geweckt vom lauten Summen einer Biene, die hier zwischen Fenster und Jalousie irrte. Ein dünner Bratpfannensound. Ich deute diesen Auftritt, diese erste Biene der Saison, als Hinweis auf einen noch jungen Sommer, den jungen Sommer der Konzeption. Jetzt sitzt sie schweigend unten auf dem Fensterrahmen, nur ihr Hinterleib pumpt etwas. Aus fleckigem Himmel kommen Kirchenglocken statt blaue Strahlen, aber ein bisschen Sonne findet durch einen Riss, den ich nicht sehen kann. Ist ein bisschen Psychowetter, dieses volatile Sonne-Schatten-kühler Wind-Ding.

    Gestern Nachmittag anderthalbstündiger Schlaf, völlig k.o. von Irgendwas, danach den ganzen Tag etwas neblig und high vom Schlafen und Träumen mitten am hellichten Tag, bin aber noch in den Gereonswall, zum Künstlergespräch, das Olaf führte. Olaf war etwas tanned und hatte so eine Andeutung von einem Schnurrbart im Gesicht, ich fand, er sah wie ein Stummfilm-Star aus, Michael Casagrande, so in der Art, der Name kam einfach.

    Lesen in Butcher’s Crossing und anschauen Heaven’s Gate. Heaven’s Gate beginnt mit der Harvard-Graduierung 1870, und in Butcher’s Crossing verlässt ein junger Mann Boston, meaning Harvard, in Richtung Westen, um “das Land kennenzulernen”, ebenfalls um das Jahr 1870. Völliger Zufall, mal wieder, aber wirklich: ich glaube dran, an diese sog. zufälligen Konstellationen. Außerdem: wenn ein Buch oder ein Film anfängt mit sowas wie “Wyoming, 1890”, wie neulich bei Stoner, dann bin ich schon drin, dann bin ich sold. Jetzt klart der Himmel auf, öffnet sich, die Wolken sind weitergezogen.

  • Freitag, 22.4.2022

    SAM KRISS – THE INTERNET IS MADE OF DEMONS

  • Donnerstag, 21.4.2022

    MORE WALL PIECES

    Gestern, ich ging bei Sonne im Staub, am Telefon mit Lord Gar-nicht-so-Bizarro. Ob ich ihn richtig verstanden hätte, letzte Woche, über der Thai-Makrele beim Abendessen, was seine Idee, seine Vorstellung für MEINE Kunst wäre, wie er den maximum output sähe, oder nochmal anders: wie die Hochform finden. Es geht um den Wegfall, vielmehr die Auflösung der Mauern, die ich in meinem Kopf errichtet hatte, zwischen den Welten, den vermeintlichen Welten, die nie zwei verschiedene waren, sondern immer die eine.

    Links und rechts dieser Mauer standen bisher:

    Die Kunst | Das Schreiben

    Ich, zwei andere? Ja, auch, aber eigentlich nicht. Mut soll entstehen, vielleicht gar Ruhe. Vor allem aber: meine Arbeit(en), mein sog. WERK (Entschuldigung). Ich ahne schon, wohin ich es bringen will, wohin ich es steuern will. Ich muss nur die Hände vom Lenkrad nehmen.

    Text und Bild. Text UND Bild. Schrift und Schrift als Bild, usw. Und die Abwesenheit all dessen, und das wäre dann wie Erotik. Find ich jut.

    And now for another, a new wall piece